DER INDIVIDUELLE WEG

Einsteigend möchte ich, bevor irgendwann allzu große Verwunderung aufkommt, darauf hinweisen, dass sich gerade jetzt zu Beginn einiges inhaltlich wiederholen wird. Das liegt daran, dass die Themen in der Ausbildung stetig wiederholt werden, um ein tieferes Verständnis zu erlangen. Es wird die Grundlage gelegt, auf der alles weitere aufbaut. So wird diese Grundlage auch immer durch die von den Teilnehmern eingebrachten unterschiedlichen Blickwinkel beleuchtet. Was dem Leser gleich erscheinen mag, vertieft sich jedoch in der Ausbildung durch die begleitenden Übungen ganz anders und wird somit, wie soll man sagen, auf jeder neu erlangten Verständnisebene neu diskutiert. 

Durch diesen offenen Dialog entstehen, neben den für den Ausbildungstag angesetzten Themen, auch die weiteren Themen, von denen hier zu lesen ist und über welche man sich im Zweifel als Leser wundern könnte, wie der thematische Ablauf sich genau erklärt. So wie es die Lebenskunst lehrt, geht es auch in der Ausbildung immer um den gemeinsamen Fluss, nicht um ein statisches Programm. 
Da dieser Blog begleitend zur Ausbildung verfasst wird, schwingt er auch in ihrem Rhythmus. Ein gemeinsamer Rhythmus, der dennoch jeden in seinem ganz eigenen schwingen lässt. Überhaupt gibt es keine zwei gleichen Schwingungen von Menschen auf dieser Welt. Sie können ähnlich sein und harmonieren, aber sie sind immer individuell, da sie dem eigenen Geist entspringen. Und dieser entspringt wiederum dem Dao, was uns alle eint. Körperlich und energetisch, auch das eint uns, sind wir aus der Verschmelzung von Yin und Yang gezeugt worden. Wir alle funktionieren und leben nach den selben Gesetzmäßigkeiten, so wie es das Universum auch tun, doch der individuelle Weg lässt sich niemals übertragen. 

Dies sollte man sich stets bewusst machen. Gerade, wenn man den Weg der inneren Entwicklung einschlägt und gewisse Personen oder Methodiken als Wegweiser nimmt. Sie sind wichtig auf diesem Weg, wenn nicht gar unabdingbar. Doch die Balance zu halten zwischen Leitstern und innerem Gefühl, das ist ein feiner Grad, den man für sich mit der Zeit finden muss. Einerseits gilt es, durch den äußeren Input immer mehr zu verstehen nach welchen Gesetzmäßigkeiten die Welt schwingt und sich somit weiterzuentwickeln, andererseits gilt es gerade durch das Gelernte das ganz eigene innere Gefühl immer weiter aufzubauen und zu verstärken. Immer mehr Erfahrungen zu sammeln. Ja, der eigene Weg basiert auf Erfahrungswissen. Wir können etwas nur verstehen, wenn wir es selbst kennen lernen und fühlen. Um es dann zu leben. Es immer weiter zu erfassen, bis hin zum Dao. 

Es geht nur individuell und entsprechend gibt es auch nichts, was es nicht gibt. Und doch gibt es nichts neues unter der Sonne. Ein Paradoxon… also ganz normal für das Dao und Qi, welche sich in der Regel paradox verhalten. 

Um sich weiter mit seinem Kern zu verbinden und die Energie aufzubauen, folgt hier die dritte Grundübung. 

Die erste Grundübung öffnet sich der Energie und nimmt diese auf, die zweite lässt uns diese Energie spüren und gleicht sie aus, die dritte verstärkt die Energie und lässt sie in den Körper fließen. Sie verstärkt den Kreislauf von Yin und Yang in uns, indem sie die beiden Hauptmeridiane speist. 
Hierzu nimmt man die rechte Hand (Yin) und hält sie mit 2-3cm Abstand zum Körper ungefähr auf Höhe des Bauchnabels. Die Handinnenfläche (Yin) ist dem Körper zugewandt. Die vordere Körperseite entspricht ebenfalls dem Yin. Die linke Hand (Yang) wird auf selber Höhe hinten 2-3 cm vor den Rücken (Yang-Seite) gehalten. Der Handrücken (Yang) ist dem Rücken zugewandt. Wenn es (nach einiger Zeit) unbequem ist, kann man die Hände auch direkt an den Körper legen. 

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